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Recht und Gesetze

Pflegereform 2026: Was der PNOG-Kabinettsentwurf für Pflegedienste bedeutet

Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Für ambulante Dienste ginge es ab 2027 um Abrechnung und Lohnkosten, geltendes Recht ist der Entwurf noch nicht.

PNOG-GesetzgebungVom Entwurf zum Gesetz
  1. 1

    Referentenentwurf

    Juni 2026: Entwurf des Ministeriums.

  2. 2

    Kabinett

    30. September 2026: Gesetzentwurf beschlossen.

  3. 3

    Bundesrat und Bundestag

    Seit 9. Oktober 2026 beim Bundesrat. Beschlüsse stehen aus.

  4. 4

    Verkündung

    Das Gesetz erscheint im Bundesgesetzblatt.

  5. 5

    Inkrafttreten

    Geplant: 1. Januar 2027, Teile 2028 und 2029.

Der Entwurf ist noch kein Gesetz. Bis zum Inkrafttreten gilt das heutige Recht.

Inhalt dieses Beitrags

Ticker Stand:

PNOG: Aktueller Stand

Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) am 30. September 2026 beschlossen. Seit dem 9. Oktober 2026 liegt er dem Bundesrat vor. Der Bundesrat hat noch nicht Stellung genommen, der Bundestag hat den Entwurf noch nicht beraten. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

Nächster Termin: Im Gesetzgebungsverfahren ist laut der Tagesordnung des Bundestages vom 15. Oktober 2026 die erste Lesung des PNOG am 5. November 2026 angesetzt. Als Ende der Frist für die Stellungnahme des Bundesrates nennt die Drucksache 587/26 den 20. November 2026.

  1. VerfahrenNeuester Eintrag

    Pflegestrukturkommission nimmt die Arbeit auf

    Die Pflegestrukturkommission ist am 27. Oktober 2026 in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Bis Ende Januar 2027 soll sie ihre Vorschläge vorlegen. Auf dieser Grundlage soll eine Strukturreform für die Pflege entstehen, die zum 1. Juli 2027 in Kraft treten soll.

    Für ambulante Dienste wichtig: Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will „Leistungserbringer, Kommunen und vor allem Betroffene anhören“. Termine dafür nennt die Mitteilung nicht. Zum PNOG sagte der Minister: „Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz haben wir für kurzfristige Stabilität gesorgt, jetzt müssen langfristige Lösungen kommen.“ Beschlossen haben Bundestag und Bundesrat das PNOG noch nicht. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Pressemitteilung vom 27.10.2026

  2. Reaktion

    Ministerpräsidentenkonferenz ohne Beschluss zum PNOG

    Die Ministerpräsidentenkonferenz hat am 22. Oktober 2026 in Berlin über die Pflegereform gesprochen, aber keinen Beschluss dazu gefasst. Das sagte ihr Ko-Vorsitzender, Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), in der Pressekonferenz danach. Unter den veröffentlichten Beschlüssen der Konferenz haben wir bei unserer Prüfung am 23. Oktober 2026 keinen zur Pflege gefunden. Die Beschlussvorlage von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland (Eintrag vom 20. Oktober 2026) ist damit kein gemeinsamer Beschluss der Länder geworden. Lies sagte, die von der SPD geführten Länder hätten ihre Position deutlich gemacht.

    Für ambulante Dienste wichtig: Am Gesetz wirken die Länder über den Bundesrat mit. Seine Frist für die Stellungnahme zum PNOG läuft bis zum 20. November 2026. Empfehlungen seiner Ausschüsse haben wir bei unserer Prüfung am 23. Oktober 2026 nicht gefunden. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quellen: Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am 22.10.2026, Pressekonferenz nach der Konferenz, Video der Landesregierung Rheinland-Pfalz, Bundesrat, Vorgang zur Drucksache 587/26, Art. 50 GG

Ältere Einträge10
  1. Koalition

    SPD-Fraktion will das PNOG im Bundestag ändern

    Die SPD-Fraktion will den Kabinettsentwurf im Bundestag ändern. Ihr gesundheitspolitischer Sprecher Christos Pantazis kündigte an, die SPD werde die Beratungen im Parlament nutzen, um den Entwurf „sorgfältig zu prüfen und dort nachzubessern, wo dies notwendig ist“. Das meldete die Deutsche Presse-Agentur am 22. Oktober 2026. Zu einer bezahlbaren Pflege gehören für Pantazis eine „wirksame Begrenzung der finanziellen Eigenbelastungen, der Schutz wichtiger Pflegeleistungen und eine nachhaltige Entlastung der Kommunen bei den Ausgaben für die Hilfe zur Pflege“. Besonders wichtig sei ihm ein gerechter finanzieller Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung. Die SPD bildet mit CDU und CSU die Regierungskoalition.

    Für ambulante Dienste wichtig: Pantazis ist Obmann der SPD im Ausschuss für Gesundheit, der das PNOG nach der ersten Lesung federführend beraten soll. Änderungen am Text bereitet in der Regel dieser Ausschuss vor. Welche Regeln des Entwurfs die SPD ändern will, nennt die Meldung nicht. Der Kabinettsentwurf liegt unverändert vor. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quellen: dpa-Meldung im Deutschen Ärzteblatt, 22.10.2026, tagesschau.de, 22.10.2026

  2. Reaktion

    Zwei Länder fordern Änderungen am PNOG

    Die Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland), beide SPD, verlangen Änderungen am Kabinettsentwurf. Das meldete die Deutsche Presse-Agentur am 20. Oktober 2026. Sie beruft sich auf eine Beschlussvorlage der beiden Länder für die Ministerpräsidentenkonferenz am 22. Oktober 2026. Laut der Vorlage sehe der Entwurf „weiterhin erhebliche Leistungseinschränkungen“ vor und erreiche „keine wirksame strukturelle Begrenzung der finanziellen Belastung pflegebedürftiger Menschen“. Die Bundesregierung solle ihn im weiteren Gesetzgebungsverfahren überarbeiten. Außerdem fordern die beiden Länder laut dpa eine nachhaltige Entlastung der Sozialhilfeträger, vor allem bei der Hilfe zur Pflege.

    Für ambulante Dienste wichtig: Welche Leistungseinschränkungen gemeint sind, nennt die Meldung nicht. Die Vorlage hat laut dpa sechs Punkte, veröffentlicht haben wir sie bei unserer Prüfung am 21. Oktober 2026 nicht gefunden. Ein Beschluss der Länder ist sie noch nicht. Im Gesetzgebungsverfahren wirken die Länder über den Bundesrat mit, seine Frist für die Stellungnahme läuft bis zum 20. November 2026. Der Kabinettsentwurf liegt unverändert vor. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quellen: dpa-Meldung in der Rhein-Zeitung, 20.10.2026, Termine der Ministerpräsidentenkonferenz, Art. 50 GG, Bundesrat, Drucksache 587/26 (neu) vom 09.10.2026

  3. Verfahren

    Erste Lesung des PNOG im Bundestag am 5. November angesetzt

    Das PNOG steht auf der Tagesordnung des Bundestages, Stand 15. Oktober 2026. Die erste Lesung des Regierungsentwurfs ist für Donnerstag, 5. November 2026, angesetzt, mit 60 Minuten Debatte. Vorgeschlagen ist, den Entwurf danach an die Ausschüsse zu überweisen, federführend an den Ausschuss für Gesundheit. Eine Nummer der Bundestagsdrucksache nennt die Tagesordnung noch nicht, dort steht „Drucksache 21/…“. Die Frist des Bundesrates für seine Stellungnahme läuft bis zum 20. November 2026. Eine besonders eilbedürftige Vorlage darf die Bundesregierung auch ohne diese Stellungnahme nach drei Wochen dem Bundestag zuleiten. Verlangt der Bundesrat aus wichtigem Grund eine Fristverlängerung, ist das erst nach sechs Wochen möglich. Die Stellungnahme muss die Bundesregierung unverzüglich nach Eingang nachreichen (Art. 76 Abs. 2 GG).

    Für ambulante Dienste wichtig: In der ersten Lesung stimmt der Bundestag noch nicht über das Gesetz ab. Änderungen am Text bereitet in der Regel der Ausschuss vor, beschlossen wird in der zweiten und dritten Lesung. Einen Termin für eine Anhörung im Ausschuss für Gesundheit oder für die Abstimmung haben wir bei unserer Prüfung am 17. Oktober 2026 nicht gefunden. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quellen: Bundestag, Tagesordnung der 104. bis 106. Sitzung, Stand 15.10.2026, Bundesrat, Drucksache 587/26 (neu) vom 09.10.2026, Art. 76 GG

  4. Verfahren

    Kabinett setzt die Pflegestrukturkommission ein

    Das Bundeskabinett hat am 14. Oktober 2026 beschlossen, die Pflegestrukturkommission einzusetzen. Ihr gehören 13 Fachleute an, den Vorsitz hat Georg Cremer. Die Kommission soll ihre Vorschläge bis spätestens Ende Januar 2027 vorlegen und dabei auch eine Begrenzung der Eigenanteile prüfen. Ein weiteres Gesetz auf dieser Grundlage soll laut Arbeitsauftrag zum 1. Juli 2027 in Kraft treten.

    Für ambulante Dienste wichtig: Die Kommission soll prüfen, ob es zielführend ist, Leistungserbringern bei der Gestaltung ihrer Angebote mehr Freiheiten zu geben. Zu klären sind dabei auch Fragen zu sektorenunabhängigen Vergütungsstrukturen, zu Personalvorgaben, zur Qualitätssicherung und zum künftigen Umgang mit der medizinischen Behandlungspflege. Außerdem soll sie mögliche Fehlanreize in Vergütung und Finanzierung benennen, die dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ entgegenstehen. Der PNOG-Entwurf liegt unverändert beim Bundesrat.

    Quellen: Bundesregierung, Ergebnisse der Kabinettssitzung vom 14.10.2026, Bundesgesundheitsministerium, Pressemitteilung vom 14.10.2026, Arbeitsauftrag und Zeitplan der Pflegestrukturkommission, Bundesrat, Beratungsvorgang 587/26

  5. Verfahren

    PNOG liegt dem Bundesrat vor, als besonders eilbedürftig bezeichnet

    Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf am 9. Oktober 2026 dem Bundesrat zugeleitet (Drucksache 587/26). Sie hat ihn als besonders eilbedürftig bezeichnet. Der Bundeskanzler begründet das im Anschreiben: Das Gesetz müsse zwingend zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, um die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung im kommenden Jahr zu stabilisieren. Als Ende der Frist für die Stellungnahme des Bundesrates nennt die Drucksache den 20. November 2026. Auch ohne eingegangene Stellungnahme kann die Bundesregierung eine besonders eilbedürftige Vorlage nach drei Wochen dem Bundestag zuleiten. Verlangt der Bundesrat aus wichtigem Grund eine Fristverlängerung, ist das erst nach sechs Wochen möglich (Art. 76 Abs. 2 GG). Für ambulante Dienste wichtig: Zugeleitet wurde der Entwurf, den das Kabinett am 30. September 2026 beschlossen hat. Im Wortlaut haben wir keine Änderung gefunden. Ein Gesetz ist der Entwurf damit weiter nicht, und bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

    Quellen: Bundesrat, Drucksache 587/26 (neu) vom 09.10.2026, Bundesrat, Beratungsvorgang 587/26, Art. 76 GG

  6. Koalition

    Pflegestrukturkommission noch nicht eingesetzt

    Der für den 7. Oktober 2026 vorgesehene Beschluss, die Pflegestrukturkommission einzusetzen, ist an diesem Tag nicht gefasst worden. In den veröffentlichten Ergebnissen der Kabinettssitzung steht er nicht. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille verwies in der Regierungspressekonferenz auf „letzten Beratungsbedarf“. Er rechne bis zur folgenden Woche mit einem Beschluss. Für ambulante Dienste wichtig: Der Kabinettsentwurf des PNOG liegt unverändert vor. Die Kommission soll Vorschläge für den nächsten Reformschritt erarbeiten, den die Bundesregierung zum 1. Juli 2027 anstrebt.

    Quellen: Bundesregierung, Ergebnisse der Kabinettssitzung vom 07.10.2026, Bundesregierung, Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 07.10.2026, Bundesregierung, Meldung vom 30.09.2026

  7. Reaktion

    Städtetag will das PNOG im Bundesrat stoppen

    Der Deutsche Städtetag kritisiert den Kabinettsentwurf. Sein Präsident Burkhard Jung erwartet von den Ländern, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen und zunächst in den Vermittlungsausschuss zu schicken. Er nennt zwei Gründe: zusätzliche Kosten für die Kommunen und keine Obergrenze für die Eigenanteile der Pflegebedürftigen. Wie sich die Länder verhalten, ist offen.

    Quelle: Deutscher Städtetag, Pressemeldung vom 02.10.2026

  8. Verfahren

    Kabinett beschließt den PNOG-Entwurf

    Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf beschlossen. Damit beginnt das parlamentarische Verfahren. Für ambulante Dienste wichtig: Die Aussetzung der Tariftreue aus dem Referentenentwurf ist nicht mehr enthalten. Geplant ist eine befristete Grenze dafür, wie stark Lohnsteigerungen in die Vergütung eingehen. Parallel soll eine Pflegestrukturkommission bis Ende Januar 2027 weitere Vorschläge vorlegen.

    Quellen: Bundesregierung, Meldung vom 30.09.2026, Gesetzentwurf der Bundesregierung

  9. Koalition

    Koalition ringt um den Kabinettstermin

    Zwei Tage vor dem geplanten Kabinettsbeschluss war offen, ob er zustande kommt. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, hatte angekündigt, die bisherigen Pläne nicht mitzutragen. Die SPD verlangte unter anderem eine Obergrenze für die Eigenanteile im Pflegeheim und einen stärkeren finanziellen Beitrag privat Versicherter.

    Quelle: Bibliomed Pflege, 28.09.2026

  10. Verfahren

    Referentenentwurf des Ministeriums

    Das Bundesgesundheitsministerium hat den Referentenentwurf auf seiner Internetseite veröffentlicht. Er sah unter anderem vor, die Vorgaben zur Entlohnung von 2027 bis Ende 2030 auszusetzen. Im Kabinettsentwurf steht das nicht mehr.

    Quelle: Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums

Kabinettsentwurf beschlossen, aber noch kein Gesetz

Kurz gesagt: Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) beschlossen. Ein Gesetz ist er damit noch nicht, Bundesrat und Bundestag müssen ihn noch beraten. Gegenüber dem Referentenentwurf vom Juni hat sich für ambulante Dienste einiges geändert. Die Tariftreue soll als Voraussetzung für die Zulassung bleiben. Bei Diensten, die das regional übliche Lohnniveau zahlen, soll aber begrenzt werden, wie stark Lohnsteigerungen in die Vergütung eingehen. Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag sollen in neuen Budgets aufgehen. Bis zum Inkrafttreten rechnen Sie nach heutigem Recht ab.

Mit dem Kabinettsbeschluss beginnt das parlamentarische Verfahren. Die Bundesregierung hat ihren Entwurf am 9. Oktober 2026 zuerst dem Bundesrat zugeleitet (Drucksache 587/26), danach berät der Bundestag. Die erste Lesung im Bundestag ist laut seiner Tagesordnung vom 15. Oktober 2026 für den 5. November 2026 angesetzt. Einen Beratungstermin im Bundesrat haben wir bei unserer Prüfung am 27. Oktober 2026 nicht gefunden. Der veröffentlichte Kabinettsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums ist unverändert. In diesem Verfahren kann sich der Text noch ändern.

Nach dem Entwurf soll das Gesetz am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Einzelne Teile sollen 2028 und 2029 folgen. Alle Angaben zum Entwurf beziehen sich auf die Fassung der Bundesregierung vom 30. September 2026.

Kann das PNOG noch scheitern?

Ja, das ist möglich. Fest steht bisher der Beschluss des Kabinetts. Offen ist:

  • Bundestag: Er hat den Entwurf noch nicht beraten und kann den Text ändern. Die SPD-Fraktion hat am 22. Oktober 2026 angekündigt, den Entwurf in den Beratungen nachzubessern.
  • Bundesrat: Er kann zu jedem Gesetz, das der Bundestag beschlossen hat, den Vermittlungsausschuss anrufen. Dann wird über den Text noch einmal verhandelt. Der Städtetag hat die Länder dazu aufgefordert. Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland verlangen laut dpa, den Entwurf im weiteren Verfahren zu überarbeiten. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat am 22. Oktober 2026 darüber gesprochen, aber keinen Beschluss dazu gefasst.
  • Starttermin: Der 1. Januar 2027 steht im Entwurf. Verbindlich wird ein Termin erst mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt.

Für Ihre Planung heißt das: Rechnen Sie das Jahr 2027 in zwei Fassungen. In der einen gilt das PNOG ab Januar so, wie es im Kabinettsentwurf steht. In der anderen gilt das heutige Recht zunächst weiter. Sagen Sie Kunden keine Leistung zu, die es erst mit dem PNOG gäbe.

Was sich seit dem Referentenentwurf geändert hat

Der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums stammt vom Juni 2026. Wer ihn kennt oder Berichte darüber gelesen hat, sollte diese Punkte neu einordnen:

  • Tariftreue: Der Juni-Entwurf wollte die Vorgaben zur Entlohnung von 2027 bis Ende 2030 aussetzen. Im Kabinettsentwurf steht das nicht mehr. Geplant ist jetzt eine befristete Grenze dafür, wie stark Lohnsteigerungen in die Vergütung eingehen.
  • Pflegegeld: Der Juni-Entwurf sah bei Pflegegrad 2 und 3 in den ersten drei Monaten nach dem ersten Pflegegrad die halbe Auszahlung vor. Diese Kürzung ist gestrichen.
  • Überbrückungsbudget: Es soll für die Pflegegrade 2 bis 5 einheitlich bis zu 2.285 Euro im Jahr betragen. Im Juni waren für die Pflegegrade 2 und 3 bis zu 1.855 Euro vorgesehen.
  • Jährliche Anpassung der Leistungsbeträge: Sie soll 2029 beginnen. Im Juni war 2028 vorgesehen.
  • Pflegebegleitung: Sie soll 2029 starten, ein Jahr später als im Juni geplant. Der Beratungsbesuch nach § 37 Absatz 3 SGB XI soll bis Ende 2028 weiterlaufen.

Auch die Budgetbeträge wurden leicht verändert. Die Zahlen im nächsten Abschnitt stammen aus dem Kabinettsentwurf.

Budgets ab 2027: Welche Leistung woraus bezahlt würde

Der Entwurf bündelt mehrere Leistungen der häuslichen Pflege in Budgets. Die Tabelle stellt die Beträge von heute neben die geplanten Beträge.

LeistungHeuteEntwurf ab 2027
Sachleistung im Monat, Pflegegrad 2 / 3 / 4 / 5796 / 1.497 / 1.859 / 2.299 EuroSachleistungsbudget: 890 / 1.590 / 2.090 / 2.530 Euro
Pflegegeld im Monat, Pflegegrad 2 / 3 / 4 / 5347 / 599 / 800 / 990 EuroPflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets: 380 / 630 / 890 / 1.080 Euro
Entlastungsbetrag im Monatbis 131 Euro, alle PflegegradeSozialraumbudget: bis 175 Euro, unter 25 Jahren bis 300 Euro, ab Pflegegrad 2, ohne Ansparen
Verhinderungs- und Kurzzeitpflege im Jahrzusammen bis 3.539 EuroÜberbrückungsbudget: bis 2.285 Euro für Akutfälle und Kurzzeitpflege
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Monatbis 42 Eurokeine eigene Leistung mehr

Für Ihre Abrechnung folgen daraus vier Dinge.

Die höheren Budgets ersetzen bisherige Einzelleistungen. Die Begründung nennt die Erhöhung „ausgabenneutral“. Die bisherigen Ausgaben für Verhinderungspflege und für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden in die Budgets übertragen. Ein Teil des Zuwachses ersetzt also Leistungen, die heute getrennt laufen.

Verhinderungspflege gäbe es nicht mehr als eigene Leistung. § 39 SGB XI soll künftig das Überbrückungsbudget regeln. Springt ein zugelassener Dienst bei geplanter Abwesenheit der Angehörigen ein, etwa im Urlaub, liefe das über das Sachleistungsbudget. Selbst organisierte Hilfe könnte aus dem Pflegegeld bezahlt werden, anerkannte Alltagsangebote aus dem Sozialraumbudget. Eine getrennte Abrechnung der Verhinderungspflege entfiele. Sachleistung und Pflegegeld würden dabei weiter anteilig kombiniert (§ 38 SGB XI). Nutzt ein Kunde mit Pflegegeld für die Vertretung das Sachleistungsbudget, kann sein Pflegegeld dadurch anteilig sinken. Rechnen Sie das in der Beratung mit.

Der Entlastungsbetrag liefe nicht mehr über den Pflegedienst. Heute können Kunden die 131 Euro auch für Leistungen ambulanter Pflegedienste einsetzen (§ 45b SGB XI). In den Pflegegraden 2 bis 5 ist davon die Selbstversorgung ausgenommen. Das Sozialraumbudget soll allein für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag gelten. Dazu zählt die Nachbarschaftshilfe. Ein Anbieter mit Versorgungsvertrag kann diese Anerkennung nach dem Entwurf nicht zusätzlich bekommen. Zugelassene Pflege- und Betreuungsdienste würden über das Sachleistungsbudget abrechnen. Auch der Umwandlungsanspruch soll entfallen. Mit ihm können Kunden heute bis zu 40 Prozent des Sachleistungsbetrags für anerkannte Alltagsangebote nutzen. Für das Sozialraumbudget ist außerdem kein Ansparen mehr vorgesehen. Heute können Kunden nicht verbrauchte Beträge ins folgende Kalenderhalbjahr mitnehmen.

Bei Pflegegrad 1 fiele der Betrag ganz weg. Dort rechnen Dienste Betreuung und Hilfe im Haushalt heute über den Entlastungsbetrag ab. Der Entwurf streicht ihn für Pflegegrad 1. Vorgesehen sind dort Beratung und ab 2029 die Pflegebegleitung.

Akutfälle: Geplantes Überbrückungsbudget und Notdienst ab 2028

Neu ist ein Überbrückungsbudget von bis zu 2.285 Euro im Kalenderjahr für die Pflegegrade 2 bis 5 (§ 39 im Entwurf). Es ist für Einsätze eines Notdienstes in der ambulanten Pflege und für Kurzzeitpflege im Heim gedacht.

Eine pflegerische Akutsituation liegt nach dem Entwurf vor, wenn nach einem unvorhersehbaren Ereignis die Hilfe zu Hause nicht aufgeschoben werden kann. Der Entwurf nennt als Beispiel den ungeplanten Ausfall der Pflegeperson, wenn sonst ein Gesundheitsschaden oder eine Einweisung ins Krankenhaus droht. Erfasst sind auch andere Krisen, in denen die Pflege zu Hause vorübergehend nicht möglich ist oder nicht ausreicht, und eine akute oder drohende Überforderung der Pflegeperson.

2027 wäre ein Übergangsjahr. Den Anspruch auf einen Notdienst soll es ab dem 1. Januar 2028 geben. Im Jahr 2027 dürfte das Budget in Akutsituationen deshalb auch für die Versorgung durch zugelassene ambulante Pflege- oder Betreuungsdienste verwendet werden. Dauert der Einsatz länger als drei Kalendertage, wäre die Zustimmung der Pflegekasse nötig (§ 39 Absatz 6 im Entwurf).

Ab 2028 bräuchte der Notdienst einen eigenen Vertrag. Der Anspruch setzt voraus, dass die häusliche Pflege in der Akutsituation zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im nötigen Umfang gesichert werden kann (§ 39a im Entwurf). Die Pflegekassen sollen dafür ergänzende Verträge mit zugelassenen ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten schließen (§ 69 Absatz 1a im Entwurf). Der Notdienst soll körperbezogene Pflege und Betreuung leisten, in der Regel so lange, wie die Akutsituation dauert. Ein Pflegevertrag mit dem Kunden wäre dafür laut Begründung nicht nötig. Dauert ein Einsatz länger als drei Kalendertage, müsste der Notdienst im Jahr 2028 die Zustimmung der Pflegekasse einholen. Ab 2029 müsste er unverzüglich eine Einschätzung der Pflegebegleitung einholen und der Pflegekasse übermitteln.

Für die Beratung Ihrer Kunden wichtig: Während eines Notdienst-Einsatzes und während einer Kurzzeitpflege würde das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt, jeweils für bis zu acht Wochen im Kalenderjahr (§ 37 Absatz 2 im Entwurf).

Zwei Pflichten kennen Sie in ähnlicher Form aus dem heutigen Recht (§ 42a SGB XI). Erstens die Anzeige: Nach dem Entwurf müssen Sie einen Einsatz der Pflegekasse nur dann anzeigen, wenn Sie ihn nicht bis zum Ende des Folgemonats abrechnen. Heute müssen Dienste Verhinderungspflege grundsätzlich bis zum Ende des Folgemonats anzeigen. Die Anzeige gilt als erfolgt, wenn die Unterlagen zur Kostenerstattung in dieser Zeit bei der Pflegekasse eingehen und der Dienst das nachweisbar sicher weiß. Zweitens die Übersicht: Der Kunde bekommt direkt nach dem Einsatz eine schriftliche Übersicht über die Kosten. Darin muss deutlich stehen, welcher Betrag über das Überbrückungsbudget abgerechnet werden soll. Mit Zustimmung des Kunden reicht die Textform.

Offen ist, wie ein Notdienst-Einsatz vergütet wird und welche Bereitschaft dafür verlangt wird. Das sollen die Verträge regeln. Der Entwurf sagt auch nicht, welche Dienste einen solchen Vertrag bekommen.

Löhne: Was der Entwurf zur Tariftreue vorsieht

Die Tariftreue ist seit September 2022 Voraussetzung für die Zulassung. Ein Dienst muss seine Pflege- und Betreuungskräfte auf Tarifniveau oder mindestens auf dem regional üblichen Niveau bezahlen (§ 72 Absatz 3a und 3b SGB XI). An dieser Pflicht hält der Kabinettsentwurf fest. Kalkulieren Sie Ihre Personalkosten weiter auf diesem Niveau.

Neu ist ein befristeter Eingriff in die Refinanzierung. Er soll vom 2. Januar 2027 bis Ende 2030 gelten (§ 82c Absatz 7 im Entwurf). Was er für Sie bedeutet, hängt von der Grundlage Ihrer Löhne ab:

  • Regional übliches Niveau: Zahlt Ihr Dienst nach dem regional üblichen Entlohnungsniveau, gälte eine Obergrenze. Lohnsteigerungen könnten in einer neuen Vergütungsvereinbarung höchstens in Höhe der Veränderungsrate nach § 71 Absatz 3 SGB V berücksichtigt werden. Die Rate bezieht sich auf jeweils zwölf Monate. Für 2027 beträgt sie 3,42 Prozent.
  • Orientierung an einem Tarifvertrag: Orientiert sich Ihr Dienst an einem Tarifvertrag oder an kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen, zählt die veröffentlichte Liste der Pflegekassen. Eine Entlohnung in Höhe eines dort genannten Tarifwerks könnte nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden.
  • Tarifbindung: Für tarifgebundene Dienste bliebe es bei § 82c Absatz 1 SGB XI. Gehälter bis zur Höhe der Tarifbindung können danach nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden.

Die Rate stellt das Bundesgesundheitsministerium jedes Jahr bis zum 15. September fest und veröffentlicht sie im Bundesanzeiger. Sie folgt den beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder der Krankenkassen. Für die Jahre 2027 bis 2029 wird das Ergebnis nach geltendem Recht um einen Prozentpunkt verringert (§ 71 Absatz 3 SGB V). Die 3,42 Prozent für 2027 sind laut Bundesgesundheitsministerium schon der verringerte Wert.

Das regional übliche Niveau soll von 2027 bis 2029 nicht neu erhoben werden. Die am 30. September 2026 veröffentlichten Werte würden jedes Jahr um diese Rate fortgeschrieben. Die regional üblichen Zuschläge blieben auf dem Stand vom 30. September 2026. Der Gesetzestext nennt dafür die Zeit bis Ende 2030, die Begründung die Jahre 2027 bis 2029. Der Entwurf löst diesen Widerspruch nicht auf. Tarifgebundene Einrichtungen müssten ihre Löhne in diesen drei Jahren nicht mehr jährlich melden.

Die Begründung betont, dass die Regel keine Absenkung der Löhne bedeutet. Die Grenze bezieht sich auf die Entlohnung. Strukturelle Veränderungen beim Personal bleiben laut Begründung unberührt. Zahlt Ihr Dienst schon vor dem 2. Januar 2027 bis zu zehn Prozent über dem regional üblichen Niveau, könnte er diese Löhne laut Begründung behalten und mit der Rate fortschreiben. Für Dienste auf dem regional üblichen Niveau gälte trotzdem: Lohnerhöhungen über der Rate könnten nicht in die Vergütung eingehen. Rechnen Sie dieses Szenario für Ihren Dienst durch.

Zwei weitere Punkte betreffen Ihre Personalkosten:

  • Für nicht tarifgebundene Dienste wären Anpassungen an veröffentlichte Tarifänderungen oder neue Regionalwerte spätestens mit der nächsten Vergütungsvereinbarung fällig. Heute gelten feste Fristen: drei Monate bei Orientierung an einem Tarifvertrag, der 1. Januar des Folgejahres beim regional üblichen Niveau.
  • Für geringfügig entlohnte Beschäftigte in Ihrem Dienst (Minijob nach der Verdienstgrenze, nicht die kurzfristige Beschäftigung) soll der Arbeitgeber ab dem 1. Januar 2028 einen Beitrag zur Pflegeversicherung tragen: 3,6 Prozent des Arbeitsentgelts. Das gilt für Versicherte der sozialen Pflegeversicherung, die in diesem Job versicherungsfrei oder nicht versicherungspflichtig sind (§ 59b im Entwurf).

Was sich außerdem für den Betrieb ändern würde

  • Pflegegrade: Bei der regulären Einstufung sollen die Schwellen für die Pflegegrade 1 bis 3 ab 2027 bei 15, 30 und 50 Punkten liegen. Heute liegen sie bei 12,5 Punkten, 27 Punkten und 47,5 Punkten. Die Pflegegrade 4 und 5 bleiben bei 70 und 90 Punkten. Für Kinder bis 18 Monate gelten eigene Schwellen, und Pflegegrad 5 bleibt bei besonderen Bedarfskonstellationen auch unter 90 Punkten möglich. Wer schon einen Pflegegrad hat, soll ihn wegen der neuen Schwellen nicht verlieren (§ 142b im Entwurf). Für neue Anträge soll das Recht am Tag des Antrags gelten. Zusätzlich soll sich in drei Lebensbereichen die Wertung der Einzelpunkte ändern (Anlage 2 zu § 15). Die Begründung verweist auf eine Studie, nach der bei Erstbegutachtungen deutlich seltener ein Pflegegrad anerkannt würde. Von Januar bis April 2027 soll außerdem die Frist von 25 Arbeitstagen für die Entscheidung der Pflegekasse ausgesetzt werden. In besonders dringenden Fällen soll sie weiter gelten. Die verkürzten Begutachtungsfristen, etwa bei einem Antrag aus dem Krankenhaus, und die unverzügliche Entscheidung danach bleiben laut Begründung unberührt (§ 18a Abs. 5 und 6, § 18c SGB XI). Für Ihre Planung wichtig: Die Pflegebedürftigkeit soll künftig „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ mindestens sechs Monate bestehen müssen, heute reicht „voraussichtlich“ (§ 14 im Entwurf). Bewilligungen sollen häufiger befristet werden. Dafür soll eine begründete, nicht unwesentliche Wahrscheinlichkeit reichen, dass sich der Pflegegrad durch eine Besserung ändert (§ 33 im Entwurf).
  • Beratungsbesuche: Der Beratungsbesuch nach § 37 Absatz 3 SGB XI soll bis zum 31. Dezember 2028 gelten. Bis dahin kämen Besuche dazu. In den ersten drei Monaten nach dem ersten Pflegegrad wären bis zu zwei zusätzliche Beratungen möglich. Das soll bei Pflegegrad 1 gelten und bei Pflegegeld mit Pflegegrad 2 oder 3. Ab 2029 soll die Pflegebegleitung der Pflegekassen an diese Stelle treten. Wer Pflegegeld bezieht, müsste sie einmal im Jahr abrufen, statt heute einmal im Halbjahr den Beratungsbesuch. Weitere Termine wären nach Bedarf möglich. Die Kassen sollen bestehende Beratungsstrukturen berücksichtigen, die Begründung nennt dabei die ambulanten Pflegedienste. Eine feste Rolle für Dienste regelt der Entwurf nicht.
  • Leistungsbeträge: Die nach heutigem Recht für 2028 vorgesehene Erhöhung soll entfallen. Ab 2029 sollen die Beträge jedes Jahr zum 1. Januar steigen (§ 30 im Entwurf).
  • Erprobung neuer Konzepte: Von 2027 bis 2031 sollen Dienste Abweichungen vom Rahmenvertrag vereinbaren können, für höchstens drei Jahre (§ 75a im Entwurf). Vertragspartner wären die Landesverbände der Pflegekassen und der überörtliche Träger der Sozialhilfe. Abweichungen wären nur zulässig, soweit Vorschriften des SGB XI und der Schutz der Pflegebedürftigen nicht entgegenstehen. Ihre Kunden wären über den Vertrag und seinen Inhalt zu informieren.
  • Digitalisierung: Geplant ist ein Förderprogramm von 1,6 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für die Jahre 2027 bis 2031. Die Länder sollen 400 Millionen Euro beisteuern. Voraussetzung für das Bundesgeld ist, dass das jeweilige Land seinen Anteil bereitstellt und jährlich Haushaltsmittel für die Förderung von Investitionskosten mindestens in der Höhe einplant, die im Durchschnitt der Haushaltspläne 2024 bis 2026 dafür ausgewiesen war. Zugelassene ambulante Dienste könnten die Förderung bei der Pflegekasse beantragen. Die Vergabe soll am 1. Juli 2027 beginnen. Wie viel ein einzelner Dienst bekommen kann, sollen Richtlinien bis zum 30. Juni 2027 festlegen (§ 11 im Entwurf). Was schon anderweitig finanziert ist, soll nicht noch einmal gefördert werden. Die Verwendung wäre nachzuweisen, und geförderte Dienste müssten an einer Auswertung teilnehmen. Zweckwidrig verwendetes Geld müsste zurückgezahlt werden, ebenso Geld bei fehlender Teilnahme an der Auswertung.
  • Weiterer Reformschritt: Das Bundeskabinett hat am 14. Oktober 2026 die Pflegestrukturkommission eingesetzt, am 27. Oktober 2026 hat sie ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll bis spätestens Ende Januar 2027 Vorschläge vorlegen. Das darauf aufbauende Gesetz soll zum 1. Juli 2027 in Kraft treten. Laut Arbeitsauftrag soll die Kommission auch prüfen, ob Leistungserbringer bei der Gestaltung ihrer Angebote mehr Freiheiten bekommen sollen. Der Gesundheitsminister will für die Reform auch Leistungserbringer anhören.

Was Sie jetzt tun können

Bauen Sie Ihren Betrieb noch nicht um. Der Entwurf kann sich im Bundestag ändern, und bis zum Inkrafttreten gilt das heutige Recht. Vier Fragen lohnen sich schon jetzt:

  1. Entlastungsbetrag: Wie viel Umsatz läuft bei Ihnen über die 131 Euro, getrennt nach Pflegegrad 1 und Pflegegrad 2 bis 5?
  2. Verhinderungspflege: Welche Kunden nutzen sie bei Ihnen, und würde das höhere Sachleistungsbudget diese Einsätze decken? Bei Kunden mit Pflegegeld: Wie stark würde das Pflegegeld dadurch sinken?
  3. Löhne: Auf welcher Grundlage zahlt Ihr Dienst? Beim regional üblichen Niveau: Was bedeutet eine Grenze von 3,42 Prozent im Jahr 2027 für Ihre Kalkulation?
  4. Akutversorgung: Könnten Sie kurzfristige Einsätze personell leisten, und in welchem Gebiet?

Wenn Kunden nach der Reform fragen, hilft eine klare Auskunft: Es liegt ein Entwurf vor, und der heutige Anspruch gilt weiter. Sagen Sie die geplanten Leistungen noch nicht als sicher zu. Verlässliche Auskünfte dazu gibt es erst, wenn das Gesetz verkündet ist.

Legen Sie fest, wer in Ihrem Dienst das Verfahren verfolgt. Die Seite des Bundesgesundheitsministeriums zum PNOG zeigt den jeweils aktuellen Entwurf. Den heutigen Beratungsbesuch erklärt der Beitrag Beratungseinsatz nach § 37 SGB XI: Was seit 2026 gilt. Die Regeln zur Entlohnung stehen in Pflegedienst gründen: Alle Voraussetzungen im Überblick. Den Rechtsrahmen ordnet der Überblick Recht und Gesetze für ambulante Pflegedienste ein.

Was sich für Familien ändern soll und was heute gilt, zeigt der Beitrag Pflegereform 2027: Was sich für Familien ändern soll.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Gilt die Pflegereform 2026 schon?

Nein. Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Gesetzentwurf beschlossen. Bundesrat und Bundestag müssen ihn noch beraten, der Text kann sich dabei ändern. Geplant ist das Inkrafttreten zum 1. Januar 2027, einzelne Teile sollen 2028 und 2029 folgen. Bis dahin gilt das heutige Recht.

Wie ist der aktuelle Stand beim PNOG?

Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 30. September 2026 beschlossen. Seit dem 9. Oktober 2026 liegt er dem Bundesrat vor (Drucksache 587/26), als besonders eilbedürftige Vorlage. Als Ende der Frist für die Stellungnahme nennt die Drucksache den 20. November 2026. Die erste Lesung im Bundestag ist laut seiner Tagesordnung vom 15. Oktober 2026 für den 5. November 2026 angesetzt. Für den nächsten Reformschritt hat das Kabinett am 14. Oktober 2026 die Pflegestrukturkommission eingesetzt, am 27. Oktober 2026 hat sie ihre Arbeit aufgenommen. Neue Schritte tragen wir im Ticker am Anfang dieser Seite ein.

Kann das PNOG noch scheitern oder sich verzögern?

Ja, das ist möglich. Der Bundestag kann den Entwurf ändern, und der Bundesrat kann nach dem Beschluss den Vermittlungsausschuss anrufen. Verbindlich wird der Starttermin erst mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt. Bis dahin gilt das heutige Recht.

Wird die Tariftreue für Pflegedienste ausgesetzt?

Nach dem Kabinettsentwurf vom 30. September 2026 nicht. Die Aussetzung aus dem Referentenentwurf vom Juni ist dort nicht mehr enthalten. Die Bezahlung auf Tarifniveau oder auf dem regional üblichen Niveau bleibt Voraussetzung für die Zulassung nach § 72 SGB XI. Geplant ist eine befristete Grenze für Lohnsteigerungen in der Vergütung bei Diensten, die das regional übliche Niveau zahlen.

Was wird aus der Verhinderungspflege?

Nach dem Entwurf gäbe es sie ab 2027 nicht mehr als eigene Leistung. Springt ein zugelassener Dienst bei geplanter Abwesenheit der Pflegeperson ein, liefe das über das Sachleistungsbudget. Bei Kunden mit Pflegegeld kann das Pflegegeld dadurch anteilig sinken (§ 38 SGB XI). Selbst organisierte Hilfe könnte aus dem Pflegegeld bezahlt werden, anerkannte Alltagsangebote aus dem Sozialraumbudget. Für Akutfälle und Kurzzeitpflege ist ein Überbrückungsbudget von bis zu 2.285 Euro im Jahr vorgesehen. Bis zum Inkrafttreten gilt § 39 SGB XI unverändert.

Können Kunden den Entlastungsbetrag weiter beim Pflegedienst einsetzen?

Heute ja, bis zu 131 Euro im Monat für die zulässigen Leistungen nach § 45b SGB XI. Bei Pflegegrad 2 bis 5 sind Leistungen der Selbstversorgung ausgenommen. Nach dem Entwurf soll das neue Sozialraumbudget allein für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag gelten. Zugelassene Pflege- und Betreuungsdienste würden über das Sachleistungsbudget abrechnen. Bei Pflegegrad 1 soll der Betrag ganz entfallen.

Ab wann soll es den Notdienst in der ambulanten Pflege geben?

Der Anspruch ist ab dem 1. Januar 2028 vorgesehen. Er setzt voraus, dass die Pflege zu Hause in der Akutsituation zeitweise nicht gesichert werden kann. Die Pflegekassen sollen dafür ergänzende Verträge mit zugelassenen ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten schließen. Im Jahr 2027 dürfte das Überbrückungsbudget in Akutsituationen übergangsweise auch für Einsätze zugelassener Dienste genutzt werden. Länger als drei Kalendertage ginge das mit Zustimmung der Pflegekasse.

Nachvollziehbar

Quellen

  1. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Stand 30.09.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  2. Pressemitteilung: Kabinett beschließt Pflegeneuordnungsgesetz, 30.09.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  3. Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG): Stand des Verfahrens, Entwürfe und Stellungnahmen, Seitenstand 30.09.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  4. Bundesrat-Drucksache 587/26 (neu) vom 09.10.2026: Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes mit Anschreiben des Bundeskanzlers, Fristablauf 20.11.2026 – Bundesrat
  5. Beratungsvorgang zur Drucksache 587/26: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung – Bundesrat
  6. Art. 76 GG: Gesetzesvorlagen, Stellungnahme des Bundesrates, besonders eilbedürftige Vorlagen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  7. Im Kabinett beschlossen: Pflegeneuordnungsgesetz, 30.09.2026 – Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
  8. Bundeskabinett: Ergebnisse der Sitzung vom 14.10.2026 – Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
  9. Pressemitteilung: Pflegestrukturkommission eingesetzt, 14.10.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  10. Pflegestrukturkommission: Arbeitsauftrag und Zeitplan – Bundesministerium für Gesundheit
  11. Pressemitteilung: Pflegestrukturkommission nimmt Arbeit auf, 27.10.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  12. Bundeskabinett: Ergebnisse der Sitzung vom 07.10.2026 – Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
  13. Pressemeldung vom 02.10.2026: Pflegereform ist „echter Affront“, zusätzliche Belastung für Kommunen – Deutscher Städtetag
  14. Zwei Länder fordern Nachbesserungen bei Pflegereform, dpa-Meldung vom 20.10.2026 – Rhein-Zeitung (dpa)
  15. Termine der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder (Ministerpräsidentenkonferenz) – Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz
  16. Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am 22.10.2026 in Berlin – Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz
  17. Pressekonferenz zur Ministerpräsidentenkonferenz am 22.10.2026 (Video) – Landesregierung Rheinland-Pfalz
  18. SPD will Pflegereform im Bundestag nachbessern, dpa-Meldung vom 22.10.2026 – Deutsches Ärzteblatt (dpa)
  19. SPD will Pflegereform nachbessern, 22.10.2026 – tagesschau.de (ARD)
  20. Art. 50 GG: Mitwirkung der Länder durch den Bundesrat – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  21. Regierungspressekonferenz vom 07.10.2026: Wortprotokoll – Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
  22. Pflegereform: Streit um Kabinettsbeschluss zum PNOG, 28.09.2026 – Bibliomed Pflege
  23. Bundestagsdrucksache 21/7509: Antwort der Bundesregierung vom 06.08.2026, Referentenentwurf seit 05.06.2026 veröffentlicht – Deutscher Bundestag
  24. Tagesordnungen des Deutschen Bundestages, darunter die Tagesordnung der 104. bis 106. Sitzung vom 4. bis 6. November 2026 (Stand 15.10.2026) – Deutscher Bundestag
  25. Tagesordnung der 1069. Sitzung des Bundesrates am 16.10.2026 – Bundesrat
  26. Gesetzgebung: Der Ablauf des Verfahrens, Vermittlungsausschuss – Bundesrat
  27. Referentenentwurf: Gesetz zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG), PDF-Stand 05.06.2026 – Bundesministerium für Gesundheit
  28. Bekanntmachung der Veränderungsrate nach § 71 Absatz 3 SGB V für 2027 vom 04.09.2026 (BAnz AT 14.09.2026 B4) – Bundesministerium für Gesundheit, bereitgestellt vom GKV-Spitzenverband
  29. Kennzahlen, Daten, Bekanntmachungen: Hinweis zur Grundlohnrate für 2027 – Bundesministerium für Gesundheit
  30. § 71 SGB V: Beitragssatzstabilität und Veränderungsrate – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  31. § 15 SGB XI: Pflegegrade und Schwellenwerte – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  32. § 18a SGB XI: Begutachtungsverfahren und verkürzte Fristen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  33. § 18c SGB XI: Entscheidung über den Antrag, Fristen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  34. § 30 SGB XI: Dynamisierung der Leistungsbeträge – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  35. § 36 SGB XI: Pflegesachleistung – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  36. § 37 SGB XI: Pflegegeld und Beratungsbesuch – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  37. § 38 SGB XI: Kombination von Geldleistung und Sachleistung – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  38. § 39 SGB XI: Verhinderungspflege – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  39. § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  40. § 42a SGB XI: Gemeinsamer Jahresbetrag – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  41. § 45a SGB XI: Angebote zur Unterstützung im Alltag und Umwandlungsanspruch – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  42. § 45b SGB XI: Entlastungsbetrag – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  43. § 72 SGB XI: Zulassung und Entlohnungsvorgaben – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  44. § 82c SGB XI: Wirtschaftlichkeit von Personalaufwendungen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz
  45. Artikel 76 Grundgesetz: Gesetzesvorlagen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesamt für Justiz